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Beifuß - unscheinbares Kraut am Wegesrand

Der stille Zauber des Beifuß: Zwischen Küche, Erinnerung und Tradition


Vor ein paar Tagen stand ich in der Küche und habe die Weihnachtsgans vorbereitet. Ganz klassisch, mit Äpfeln, Zwiebeln – und natürlich Beifuß. Während ich die Zweiglein des Krautes zwischen die Füllung gesteckt habe, musste ich an einen sonnigen Spaziergang vor einigen Monaten denken, bei dem ich gemeinsam mit meiner kleinen Tochter ein paar Beifußzweige am Wegesrand gepflückt habe. Es war einer dieser leisen Alltagsmomente, die man gar nicht groß festhält und die trotzdem im Herzen bleiben.


Vielleicht, weil Kinder uns daran erinnern, wie viel Wert in den einfachen Dingen des Lebens liegen. Und als der typische Duft nach und nach die Küche erfüllte, wurde mir wieder bewusst, wie viel mehr in diesem unscheinbaren Kraut steckt als nur „Gänsegewürz“.



Beifuß – ein altes Kraut mit viel Geschichte


Beifuß (meist Artemisia vulgaris) gehört zu jenen Pflanzen, die uns seit Jahrhunderten begleiten, oft im Hintergrund. Früher wuchs er an Wegen, an Zäunen, am Feldrand – ein Kraut der Übergänge, ein stiller Begleiter. Heute kennen viele ihn hauptsächlich aus der Weihnachtsküche. Dabei wurde er in vielen Kulturen als Schutz-, Ritual- und Heilpflanze geschätzt.



Artemisia vulgaris Beifuß



Warum Beifuß so gut zur Gans passt


Dass Beifuß heute noch bei schweren Festessen verwendet wird, ist kein Zufall:


  • Sein herb-würziger, leicht bitterer Geschmack harmoniert wunderbar mit Fett und Süße.

  • Ihm wird eine verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben.

  • Sein Aroma bleibt im Hintergrund, gibt den Speisen aber Tiefe und Balance.


Gerade bei Gans oder Ente ist er ein traditioneller Begleiter, der das Gericht auf angenehme Weise abrundet.



Ein Kraut, das mehr kann als „nur Küche“


In der Volksheilkunde war Beifuß vielseitig:


  • Für Magen & Verdauung: In kleinen Mengen kann Beifuß die Verdauungssäfte anregen, bei Völlegefühl entlasten und Blähungen sowie das Gefühl von innerer Schwere mildern.


  • Als Frauenkraut: Traditionell wird er eingesetzt, um Übergänge im Zyklus zu begleiten, Spannungen im Unterleib zu lösen und die natürliche Rhythmik zu unterstützen.


  • Für das Nervensystem & die innere Balance: Beifuß kann beruhigend wirken, ohne müde zu machen – er löst innere Anspannung, stärkt zugleich und kann bei Nervosität und mentaler Unruhe begleiten.


  • Wärmend & durchblutungsfördernd: Besonders in Fußbädern wird Beifuß genutzt, um kalte Füße zu wärmen, die Durchblutung anzuregen und Erschöpfungszustände oder Kältegefühle sanft zu harmonisieren.


  • Als Räucherkraut: Beim Räuchern entfaltet Beifuß einen klaren, erdigen Duft und wird vor allem in Zeiten des Übergangs – etwa rund um die Rauhnächte – für Reinigung, Zentrierung und innere Klärung verwendet.


Sein Räucherduft ist herb, erdig, klar – nichts Süßliches, sondern eher ordnend und erdend.


Natürlich gilt: Beifuß ist nicht für jeden geeignet (z.B. bei Allergien oder in der Schwangerschaft). Aber als Begleiter in Küche, Ritualen und Jahreskreisläufen hat er bis heute seinen festen Platz.



Und dann gibt es da noch eine besondere Variante…


Je tiefer man in die Welt der Beifußgewächse eintaucht, desto faszinierender wird es. Neben dem „klassischen“ Beifuß begegnet man einer besonders spannenden Art: dem einjährigen Beifuß, Artemisia annua.


Er hat eine völlig eigene Geschichte und Wirkweise, die weit über die traditionelle Küche hinausreicht. Doch darüber mehr in einem weiteren Beitrag, denn Artemisia annua verdient eine ganz besondere Aufmerksamkeit.

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