Gundermann im Garten
- Anju || Still.Leben

- vor 4 Tagen
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Ein unscheinbarer Schatz vor der Haustür
Manchmal liegen die wertvollsten Schätze direkt vor unseren Füßen – und wir laufen jahrelang daran vorbei. So ging es mir mit dem Gundermann. Erst als ich begann, meinen Garten bewusster zu betrachten, fiel mir dieses kleine, kriechende Pflänzchen mit seinen zarten violetten Blüten auf. Seitdem gehört es für mich zu den spannendsten Wildkräutern überhaupt.
Heute wächst der Gundermann ganz selbstverständlich zwischen Gras, Beeten und Gartenwegen. Wo er einmal Fuß gefasst hat, breitet er sich mit seinen langen Ausläufern langsam aus und bildet kleine grüne Teppiche.

Ein Wildkraut mit Geschichte
Der Gundermann (Glechoma hederacea) gehört zu den Lippenblütlern und wird seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde genutzt. Früher nannte man ihn sogar „Soldatenpetersilie“, weil er als Würzkraut und Heilpflanze gleichermaßen geschätzt wurde.
Schon im Frühling ist er einer der ersten grünen Kräuterboten. Während viele Pflanzen noch schlafen, zeigt der Gundermann bereits seine runden, leicht gezackten Blätter und später seine kleinen violetten Blüten.
Was ihn besonders macht: Er wächst fast überall – im Garten, am Waldrand, auf Wiesen oder an Hecken.
Wie ich Gundermann im Garten verwende
Seit ich ihn entdeckt habe, darf er regelmäßig in der Küche mitspielen.
Sein Geschmack ist würzig, leicht bitter und ein wenig minzig.
Ich verwende ihn zum Beispiel:
fein gehackt im Kräuterquark
in Wildkräuterbutter
in grünen Smoothies
als Bestandteil von Wildkräutersalat
in Kräuterpesto
Schon wenige Blätter reichen, um einem Gericht eine interessante Note zu geben. Der Geschmack ist recht kräftig, deshalb dosiere ich ihn eher sparsam.
Auch als Tee kann man Gundermann trinken – besonders im Frühling als sanfte Kräuterbegleitung.
Wirkung – ein altes Hausmittel
In der traditionellen Kräuterkunde wird Gundermann schon lange geschätzt. Ihm werden unter anderem folgende Eigenschaften zugeschrieben:
entzündungshemmend
schleimlösend
stoffwechselanregend
unterstützend für Leber und Verdauung
Früher wurde er besonders bei Husten, Erkältungen und zur Frühjahrskur verwendet. Seine Bitterstoffe und ätherischen Öle machen ihn zu einer interessanten Pflanze für den Körper.
Natürlich ersetzt er keine medizinische Behandlung – aber als Wildkraut kann er eine schöne Ergänzung sein.
Sammeln in der Natur – worauf man achten sollte
Wer Gundermann sammeln möchte, hat es eigentlich leicht, denn er wächst an vielen Orten.
Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten:

1. Saubere Sammelorte wählen - Nicht direkt an Straßen, Hundewiesen oder stark gedüngten Feldern sammeln.
2. Nur sichere Bestimmung - Gundermann erkennt man gut an seinen:
rundlichen, gekerbten Blättern
kriechenden Ausläufern
violett-blauen Lippenblüten
aromatischen Duft beim Zerreiben
3. Schonend ernten - Am besten nur die oberen Triebe abschneiden, damit die Pflanze weiterwachsen kann.
4. Sammelzeit - Die beste Zeit ist Frühling bis Frühsommer, wenn die Blätter jung und aromatisch sind.
Ein kleiner Perspektivenwechsel
Für viele ist Gundermann einfach nur ein „Unkraut“ im Rasen. Für mich ist er inzwischen ein kleiner Wildkräuterfreund im Garten geworden.
Er erinnert mich daran, dass Natur nicht immer spektakulär sein muss. Manchmal verstecken sich die spannendsten Pflanzen genau dort, wo wir sie am wenigsten erwarten – zwischen Gras, Moos und Gartenwegen.
Und jedes Mal, wenn ich ein paar Blätter pflücke, denke ich:
Wie viele dieser kleinen Schätze wachsen eigentlich noch direkt vor unserer Haustür?





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