Sanfte Winterkräuter für Herz & Stimmung
- Anju || Still.Leben

- vor 12 Stunden
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Der Winter ist eine Zeit des Rückzugs. Die Tage sind kurz, das Licht sparsam, die Stimmung manchmal ebenso. Gerade jetzt brauchen Herz und Gemüt sanfte Begleiter – keine starken Reize, sondern Pflanzen, die wärmen, stabilisieren und leise unterstützen.
Auch wenn vieles ruht, hält die Natur im Winter erstaunlich viel für uns bereit. Manche Winterkräuter wachsen noch, andere begleiten uns getrocknet aus dem Sommer, wieder andere zeigen sich in Beeren oder Nadeln. Hier sind fünf Pflanzen, die ich in der kalten Jahreszeit besonders schätze – für Tee, Küche und manchmal auch für den Rauch.

Weißdorn – Ruhe für das Herz
Der Weißdorn ist eines der wichtigsten Herzkräuter Europas. Still, unscheinbar, aber tief wirksam.
Wirkung:
stärkend für Herz und Kreislauf
regulierend bei innerer Unruhe und Nervosität
unterstützend bei stressbedingtem Herzklopfen
Anwendung: Als Tee aus getrockneten Blättern, Blüten oder Beeren. Besonders wohltuend abends oder in emotional fordernden Zeiten. Mein Tipp: Als Konfitüre aufs Brot genießen.
Sammeln: Blüten und Blätter im Frühjahr, Beeren im Herbst. Getrocknet sind sie ideale Winterbegleiter.
Lavendel – Trost für die Seele
Lavendel bringt Sommererinnerungen in dunkle Tage. Sein Duft wirkt unmittelbar auf das Nervensystem.
Wirkung:
beruhigend bei innerer Anspannung
stimmungsaufhellend
fördert Schlaf und emotionale Ausgeglichenheit
Anwendung: Als Tee (sparsam dosiert), Duftkissen oder Öl. Auch wunderbar als Räucherwerk für einen ruhigen Abend. Mein Tipp: Keksteig damit verfeinern.
Sammeln: Blüten im Hochsommer ernten und gut trocknen – im Winter entfalten sie ihre volle Kraft.
Fichtennadeln – frische Klarheit im Winter
Fichten stehen selbst im tiefsten Winter grün da. Ihre Nadeln sind ein Geschenk für Atem, Herz und Stimmung.
Wirkung:
klärend für Atemwege
stärkend bei Erschöpfung
stimmungsaufhellend und erdend
Anwendung: Als Tee, Badezusatz oder zum Räuchern. Der Duft wirkt wie ein Spaziergang im Wald. Mein Tipp: Als Aufguss in der Sauna nutzen!
Sammeln: Ganzjährig möglich, am besten junge Nadeln von unteren Ästen – achtsam und in kleinen Mengen.
Thymian – Wärme von innen
Thymian bringt Sonne in den Wintertopf. Er wärmt, schützt und stabilisiert.
Wirkung:
stärkend für Lunge und Immunsystem
unterstützend bei innerer Kälte
ausgleichend für die Stimmung
In der Küche: Perfekt für Suppen, Eintöpfe und Ofengerichte. Thymian schenkt Tiefe und Wärme. Mein Tipp: Thymian in Kombination mit Waldpilzgerichten.
Sammeln: Im Garten oft auch im Winter verfügbar, sonst getrocknet aus dem Sommer nutzen.
Beifuß & Hagebutte – alte Winterbegleiter am Wegesrand
Auch Beifuß (Artemisia vulgaris) und Hagebutte (Rosa canina) gehören für mich zur kalten Jahreszeit. Beide wirken unterstützend und regulierend – besonders in Phasen von Erschöpfung, innerer Unruhe und geschwächter Abwehr.
Die Hagebutte ist bekannt für ihren hohen Gehalt an Vitamin C, Flavonoiden und sekundären Pflanzenstoffen. Sie unterstützt das Immunsystem, wirkt antioxidativ und wird traditionell zur Kräftigung von Herz-Kreislauf und Gelenken eingesetzt. Als Tee, Pulver oder Mus eignet sie sich besonders in den Wintermonaten zur vorbeugenden Stärkung. Die Früchte können bis weit in den Winter hinein gesammelt werden, idealerweise nach dem ersten Frost.
Der Beifuß gilt als eines der ältesten heimischen Heil- und Räucherkräuter. Er wirkt wärmend, nervenstärkend und regulierend auf das vegetative Nervensystem. In der Volksheilkunde wird er bei innerer Unruhe, Verdauungsschwäche und in Übergangsphasen eingesetzt. Im Winter findet Beifuß vor allem als Räucherpflanze Anwendung – zur Erdung, Klärung und Stabilisierung.
Beide Pflanzen habe ich bereits ausführlich beschrieben – wer tiefer in die Heilkraft von Beifuß und Hagebutte eintauchen möchte, findet die entsprechenden Beiträge hier im Blog.
Winterkräuter als leise Unterstützung
Diese Pflanzen wirken nicht spektakulär. Und genau darin liegt ihre Stärke. Sie drängen sich nicht auf, sie begleiten. Sie bringen Wärme, wo es kalt ist, und Ruhe, wo es zu viel wird.
Vielleicht ist der Winter genau die richtige Zeit, um diese leisen Verbündeten wieder bewusster wahrzunehmen – draußen beim Sammeln oder drinnen in einer warmen Tasse Tee.
Manchmal braucht es nicht mehr, um Herz und Stimmung sanft zu tragen.
















































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