Zwischentöne: Sechs Fragen an Kristin Händel
- Anju || Still.Leben

- vor 1 Tag
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Aktualisiert: vor 41 Minuten

Wer ist Kristin Händel?
Kristin Händel arbeitet als Heilpraktikerin und Physiotherapeutin und bringt dabei ein feines Gespür für Körper, Nervensystem und die leisen Signale des Alltags mit.
Ihr Blick auf Gesundheit ist eng mit ihrem eigenen Leben verbunden. Als Ehefrau und Mama von Teenager-Zwillingen weiß sie aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd und fordernd Alltag sein kann. Genau das macht ihre Arbeit bodenständig, achtsam und zugewandt.
Natur ist für sie dabei keine Kulisse, sondern eine echte Ressource. Besonders ätherische Öle begleiten sie seit vielen Jahren – beruflich wie privat. Als doTERRA-Wellnessbotschafterin teilt sie ihre Erfahrungen und Impulse auf Instagram: alltagstauglich, unaufgeregt und mit viel Herz für bewusste Selbstfürsorge.
1. Was beschäftigt dich gerade am meisten?
Momentan beschäftigt mich am meisten Balance zu finden, für mich. Zwischen Familie, Arbeit und ich selbst zu sein. Wie schaffe ich mir gerecht zu werden, ohne egoistisch zu sein? Ich schaue zurück und denke wow, was hast du in den letzten 37 Jahren geschafft, gemacht, erlebt und gefühlt. Was kommt in den nächsten Jahrzehnten? Da sind so viele Dinge, die mir noch vorschweben.
2. Was hat dich in den letzten Jahren besonders geprägt?
Geprägt hat mich sehr vieles in meinem Leben. Im letzten Jahr hat mich dich Diagnose Krebs sehr geprägt. Es war der Wink mit der Zaunslatte, ich dachte ich bin auf einem guten Weg zu mir, doch das sollte beweisen, dass ich noch weit entfernt war.
Diese Aufgabe zu mir zu finden, wird stetig sein. Gedanken zwischen Leben und Tod und nicht zu wissen, was morgen ist oder wie es weiter geht, prägten mich in dieser Zeit. Es hat mir die Möglichkeit gegeben anders auf mich und mein Umfeld zu blicken. Kleine Alltagsprobleme, die ich von meinen Mitmenschen hörte , erschienen als winzig, unnütz und sinnlos. Wer darf einen Platz in meinem Leben haben und wem gebe ich Raum von mir. Was ist mir zu viel und welche Dinge schaffe ich und möchte ich wirklich tun. In solch einer Zeit öffnet man die Augen für viele Dinge und wichtige Fragen des Lebens. Es will sagen: „Schau hin, schau nicht weg!“
Ich durfte aufarbeiten, spüren und in mich reinhören. Ich bin mit der Diagnose nicht in den Kampf gezogen. Nein, ich bin eins geworden mit mir und meinen Bedürfnissen. Ich darf mich ganz vorn anstellen, ich muss es niemanden recht machen. Mir soll es recht sein... mir ganz allein. Das ist mein Leben und davon habe ich nur eins!
3. Was sollte man dich unbedingt einmal fragen – tut es aber nie?
Was hat die Diagnose Krebs mit dir gemacht, wie fühlst du dich? Die meisten wollen wissen, ob alles wieder ok ist und man rein schulmedizinisch gerettet ist. Es scheint ein Tabuthema zu sein über Ängste zu sprechen und das, was einen wirklich beschäftigt. Es würde vielleicht dem ein oder anderen die Augen für seine eigenen Ängste öffnen. Oder ist es die Angst vor der Antwort? Könnte es ein Spiegel sein, den man vorgehalten bekommt. Oder ist es die eigene Unsicherheit keine passende Antwort auf solch ein Thema parat zu haben. Wir sprechen viel zu sehr über Tatsachen, Geschehnisse, aber über das, was man fühlt am wenigsten.
4. Was gibt dir Energie?
Energie gibt mir Zeit für mich. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Ich bin interessiert an vielen Dingen und probiere vieles aus. Natur, Spazieren, Sport, Basteln , Lesen, Massagen, Sauna oder einfach mich mal ein paar Minuten für mich zu sein. In all diesen Dingen kann ich Freude finden und damit Kraft schöpfen. Ich übe mich darin wahrzunehmen, was jetzt gerade dran ist und was ich gerade brauche.
5. Was sollten mehr Menschen ausprobieren?
Im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht über Dinge zu ärgern, die man persönlich nicht ändern kann. Ich habe zum Beispiel aufgehört die Nachrichten zu lesen oder anzuschauen. Es gab Zeiten, da hat mich das wirklich beschäftigt und verrückt gemacht. Habe ich es in der Hand? Nein habe ich mein Leben in der Hand? JA! Jeden Tag darf ich entscheiden, wie ich den Tag starte und was für mich wirklich relevant ist. Denkt dran es gibt nur das eine Leben und es ist doch viel schöner sich mit Dingen zu beschäftigen, die etwas Positives in mir hinterlassen.
6. Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?
Ich würde sagen, Kristin sorge gut für dich. Lebe jeden Tag.








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