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Emotionale Resilienz im Spätwinter

Der Spätwinter ist für mich eine eigenartige Zeit. Die Feiertage sind längst vorbei, der Frühling lässt noch auf sich warten, und irgendwo dazwischen liegt dieser graue Abschnitt, in dem die Energie oft dünn wird. Die Tage sind schon etwas länger, aber innerlich fühlt es sich manchmal noch schwer an. Genau hier zeigt sich für mich, was emotionale Resilienz im Alltag wirklich bedeutet.


Nicht als großes Konzept. Sondern ganz praktisch.



Wenn die Kräfte langsam werden


Im Spätwinter merke ich schneller, wenn meine Reserven niedrig sind. Ich bin empfindlicher, reagiere schneller gereizt, brauche mehr Rückzug. Früher habe ich das als persönliches Versagen gewertet. Heute sehe ich es anders: Mein System ist noch im „Sparmodus“.

Emotionale Resilienz heißt für mich in dieser Zeit nicht, stark zu sein oder durchzuhalten, sondern mich realistisch einzuschätzen. Zu erkennen: Ich bin noch nicht im Frühling. Und das ist okay.



Emotionale Resilienz im Spätwinter
Bild von minka2507


Kleine Anpassungen statt großer Vorsätze


Was mir hilft, ist nichts Spektakuläres. Keine neue Morgenroutine, kein Selbstoptimierungsplan. Sondern kleine Verschiebungen im Alltag:


  • Termine nicht enger legen als nötig

  • Gespräche absagen dürfen, wenn mir alles zu viel wird

  • Aufgaben langsamer angehen, ohne mich dafür zu rechtfertigen

  • abends früher zur Ruhe kommen


Resilienz zeigt sich für mich gerade hier: im Erlauben, nicht im Leisten.



Gefühle dürfen zäh sein


Der Spätwinter bringt oft eine besondere Stimmung mit sich. Nicht traurig genug, um es klar benennen zu können. Nicht leicht genug, um sich frei zu fühlen. Dazwischen. Zäh. Gedämpft.


Emotionale Resilienz im Spätwinter heißt für mich, diese Gefühle nicht wegzuschieben. Sie nicht sofort „lösen“ zu wollen. Sondern sie auszuhalten, ohne sie zu dramatisieren.

Manchmal sage ich mir einfach: So fühlt sich mein Februar eben an.


Und allein das nimmt Druck.



Emotionale Resilienz im Spätwinter - Der Körper als Kompass


Ich habe gelernt, in dieser Zeit stärker auf meinen Körper zu hören. Er ist ehrlicher als jeder Kalender. Wenn ich müde bin, bin ich müde. Wenn ich langsamer gehe, gehe ich langsamer.


Spätwinter-Resilienz bedeutet für mich auch:


  • mehr Wärme (Essen, Kleidung, Räume)

  • mehr Schlaf

  • weniger Reizüberflutung

  • bewusstere Pausen


Nicht als Luxus, sondern als Notwendigkeit.



Warum diese Zeit trotzdem wertvoll ist


So schwer sich der Spätwinter manchmal anfühlt – er hat eine besondere Qualität. Er zwingt mich nicht zu neuen Zielen, sondern lädt zum Nachspüren ein. Was war anstrengend? Was hat mich ausgelaugt? Was möchte ich im kommenden Frühling nicht mehr mitnehmen?

Emotionale Resilienz wächst hier leise. Nicht durch Motivation, sondern durch Ehrlichkeit.



Mein persönlicher Spätwinter-Gedanke


Ich glaube, wir müssen uns nicht schneller fühlen, als wir sind. Der Spätwinter ist keine Durststrecke, die man „überstehen“ muss. Er ist ein Übergang. Und Übergänge dürfen langsam sein.


Vielleicht geht es bei der Resilienz im Spätwinter nicht darum, schon aufzublühen – sondern darum, dem Licht zu erlauben, von selbst zurückzukommen.

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