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Die Hagebutte: Ein Männlein steht im Walde

Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm…

Die meisten von uns können das Kinderlied bis heute mitsingen. Und kaum jemand hat sich dabei gefragt, wie erstaunlich treffend dieses Lied eigentlich ist. Denn was dort so harmlos und kindlich besungen wird, ist in Wahrheit eine kleine botanische Kraftzentrale: die Hagebutte.


Schon als Kinder lernen wir sie kennen – als rotes „Männlein“ im Wald, das selbst im Winter seinen Hut nicht verliert. Was wir damals noch nicht wussten: Dieses unscheinbare Früchtchen gehört zu den wertvollsten Wildpflanzen, die direkt vor unserer Haustür wachsen.



Hagebutte im Winter



Was die Hagebutte eigentlich ist


Auch wenn sie aussieht wie eine Beere: Die Hagebutte ist streng genommen eine Sammelnussfrucht. Sie entsteht aus der Blüte der Wildrose, meist der Hundsrose (Rosa canina). Das rote Fruchtfleisch ist dabei eigentlich nur die schützende Hülle – die eigentlichen Früchte sind die kleinen Nüsschen im Inneren. Genau jene, vor denen uns schon unsere Großeltern gewarnt haben. (siehe unten im Nachtrag).



Vitamin C? Aber bitte mit Ansage.


Die Hagebutte ist berühmt für ihren Vitamin-C-Gehalt. Und das nicht ohne Grund: Je nach Sorte und Verarbeitung enthält sie deutlich mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Teilweise ein Vielfaches.


Aber – und jetzt wird es wichtig – Vitamin C ist hitzeempfindlich. Wer also kochendes Wasser über die Hagebutten kippt und sie minutenlang ziehen lässt, kocht einen guten Teil der Wirkung gleich mit weg. Charmant, aber ineffektiv.


Besser:

  • Hagebutten fein schneiden oder mahlen

  • mit warmem (nicht kochendem) Wasser übergießen

  • oder kalt ansetzen und mehrere Stunden ziehen lassen


So bleibt mehr von dem erhalten, was das die Hagebutte, das „Männlein im Walde“, so wertvoll macht.



Mehr als nur Vitamin C


Wer die Hagebutte auf Vitamin C reduziert, tut ihr Unrecht. Sie kann nämlich noch einiges mehr:


  • unterstützt das Immunsystem – nicht nur akut, sondern auch vorbeugend

  • wirkt entzündungshemmend, vor allem durch sekundäre Pflanzenstoffe

  • unterstützt Gelenke und Beweglichkeit, was sie in der Naturheilkunde sehr beliebt macht

  • liefert Antioxidantien, die Zellen vor oxidativem Stress schützen


Kurz gesagt: Sie ist kein hektischer „Kick“, sondern eher eine ruhige, nachhaltige Unterstützung – passend zu ihrer stillen Präsenz im Wald.



Die Hagebutte im Winter: unterschätzte Stärke


Was das Kinderlied fast poetisch beschreibt, ist botanisch ziemlich beeindruckend: Die Hagebutte bleibt oft den ganzen Winter über am Strauch. Sie trotzt Frost, Schnee und Kälte – und genau das macht sie so wertvoll in einer Jahreszeit, in der frische Pflanzen rar sind.

Kein Wunder also, dass sie früher ein klassisches Winterheilmittel war. Lange bevor es Vitaminpräparate gab, griff man zu dem, was draußen noch stand. Ganz still. Ganz stumm.



Die Hagebutte - Ein kleines Männlein im Walde mit großer Wirkung


Vielleicht liegt gerade darin der Zauber der Hagebutte: Sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Sie glänzt nicht exotisch. Sie steht einfach da.

Und schenkt dem, der hinschaut, erstaunlich viel.


Vielleicht ist das die eigentliche Lektion aus dem alten Kinderlied: Dass das Wertvollste oft schon früh in unser Leben tritt – wir mussten nur erst erwachsen werden, um es wirklich zu verstehen.


Oder anders gesagt: Dieses Männlein im Walde hat es ganz schön in sich.



Ein kleiner Nachtrag für alle mit Sinn für Schabernack 🌿😏


Und weil wir gerade beim inneren Kind sind, darf eine Wahrheit natürlich nicht fehlen – eine, die viele von uns sehr körperlich in Erinnerung haben.


Ja. Die Hagebutte ist gesund.

Ja. Sie ist wertvoll, heilkräftig und voller Vitamine.


Aber sie war auch: Juckpulver.


Die kleinen Nüsschen im Inneren – fein, haarig, gemein – waren früher der stille Triumph jedes Kindes mit ausgeprägtem Talent für Unfug (die Verfasserin dieses Beitrags kennt solche Kinder selbstverständlich nur aus Erzählungen 😉). Ein bisschen Hagebutte zerreiben, heimlich in Kragen oder Ärmel schmuggeln, und schon begann das große Kratzen. Unauffällig. Unaufhaltsam. Pädagogisch… eher fragwürdig. 😇


Rückblickend betrachtet ist das eigentlich herrlich passend: Diese Pflanze kann stärken und piesacken. Heilen und kitzeln. Sie erinnert uns daran, dass Natur nicht nur sanft und wohltuend ist, sondern auch verspielt, frech und ein kleines bisschen gemein.


Vielleicht gehört genau das zu ihrem Zauber. Dass sie nicht nur unseren Körper nährt, sondern auch unser inneres Kind kurz grinsen lässt – mit schmutzigen Händen, roten Fingern und dem Gedanken: „Ein Männlein steht im Walde… und hat’s faustdick hinter den Ohren.“ 🌹


(Hinweis für Erwachsene mit Verantwortung: Bitte nur innerlich schmunzeln. Nicht nachmachen. Wirklich nicht.)


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