Besinnlichkeit in der Weihnachtszeit
- Anju || Still.Leben

- 22. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Für mich wirkt Besinnlichkeit wie ein stilles Gegenprogramm zu einer Welt, die oft laut, schnell und voller Anforderungen ist. Der Begriff taucht besonders in der dunkleren Jahreszeit auf, doch seine Bedeutung reicht weit darüber hinaus. Er beschreibt einen Zustand, in dem wir den Blick nach innen richten, Abstand gewinnen und wieder spüren, was wirklich wichtig ist.
Die Kunst der Verlangsamung
Besinnlichkeit beginnt dort, wo das Tempo weicht und Raum für Wahrnehmung entsteht. Gerade in den Tagen vor Weihnachten, wenn vieles gleichzeitig laut und still wirkt, merken wir, wie gewohnt wir darauf sind, auf Reize zu reagieren – Nachrichten, Termine, To-dos. Doch zwischen Reiz und Reaktion liegt ein stiller Moment, der im Alltag oft verloren geht. In genau diesem Moment entsteht eben jene Besinnlichkeit - und das nicht nur an Weihnachten.
Es geht nicht darum, perfekt zu entschleunigen, sondern bewusst kleine (zu dieser Jahreszeit auch gerne weihnachtliche) Inseln der Ruhe einzubauen, in denen wir kurz anhalten:
ein paar tiefe Atemzüge am offenen Fenster, während kalte Winterluft hereinkommt
eine heiße Tasse Tee oder Glühwein im Kerzenschein auf dem Balkon
ein Spaziergang ohne Ziel durch den Wald, begleitet vom Duft von Tannengrün mit der Wintersonne im Gesicht
ein bewusstes Wahrnehmen von Licht, Geräuschen und der besonderen Stimmung bei einem Abendspaziergang
Kleine Unterbrechungen, die uns daran erinnern, dass wir mehr sind als unsere Aufgabenliste – besonders jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht.

Ein innerer Jahresabschluss
Weihnachten markiert für mich den Beginn eines natürlichen Übergangs zwischen den Jahren. Ich spüre nach, was mich begleitet hat – was gut war, was schwer war und was ich vielleicht schon länger mit mir herumtrage. Nicht als Grübeln, sondern wie ein leises Sortieren.
Weniger tun, mehr sein
Im Kern ist Besinnlichkeit ein Zurücktreten von äußeren Erwartungen. Wenn wir weniger tun, spüren wir deutlicher, wie viel wir fühlen, denken und eigentlich brauchen. Manchmal zeigt sich ein Bedürfnis nach Ruhe, manchmal nach Nähe, manchmal nach kreativer Freiheit.
Besinnlichkeit bedeutet nicht Rückzug aus der Welt, sondern eine bewusste Nähe zu sich selbst – damit wir aus dieser Verbundenheit heraus klarer und authentischer handeln können..
Besinnlichkeit nicht nur an Weihnachten
Auch wenn Besinnlichkeit oft mit bestimmten Ritualen verbunden wird, ist sie zeitlos. Jeder Tag bietet Momente, in denen wir innehalten können: morgens vor dem ersten Griff zum Handy, beim Warten auf die Bahn, kurz vor dem Schlafengehen.
Wir brauchen keine großen Veränderungen, um besinnlicher zu leben. Und auch kein bestimmtes Datum, um langsamer zu werden. Die Stille ist nicht an Weihnachten gebunden – sie ist immer da, oft näher, als wir denken. Manchmal reicht es, den Blick zu heben, den Atem zu spüren oder einen kurzen Moment bewusst wahrzunehmen. Der Augenblick selbst wartet bereits auf uns – wir müssen ihn nur erkennen.








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